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Investition
für eine bessere Integration
5
% Schwerbehinderte muss jedes Unternehmen ab 20 Mitarbeitern laut
Gesetz einstellen. Wird diese Quote nicht erfüllt, hat dies
obligatorisch Geldstrafen zur Folge. Die meisten Firmen zahlen
jedoch lieber diese Strafe als Menschen mit einem Handicap
eine Chance für ein erfülltes Arbeitsleben zu geben.
Nicht so im Medienhaus Blömeke, in dem aktuell Thorsten Müller
eine neue berufliche Heimat gefunden hat.
Thorsten Müller ist taub, fast stumm, seine Wirbelsäule
ist geschädigt. Eigentlich führte ihn ein Zeitarbeitsvertrag
von sechs Monaten in das Haus Blömeke. Unterstützt durch
die Integrationsfirma ReInit aus Recklinghausen sollte anschließend
über eine Weiterbeschäftigung verhandelt werden.
Aller Anfang war schwer auch für diejenigen Blömeke-Mitarbeiter,
die bis dato noch keinen Kontakt zu Behinderten hatten. Es sind
immer wieder die gleichen Überlegungen: Soll man über
die Behinderung hinwegsehen? Ihn darauf ansprechen? All diese
Fragen lösten sich jedoch rasch durch die direkte und offene,
sympathische Art von Thorsten Müller. Schnell konnte er nicht
nur beruflich, sondern auch menschlich seinen Platz
im Betrieb finden.
Die
gute Auslastung in der Buchbinderei dem Arbeitsplatz von
Thorsten Müller führte Anfang diesen Jahres zu
der Notwendigkeit von Investitionen: Eine Schneideanlage der Firma
Polar sollte angeschafft und sofort im Zweischicht-Betrieb gefahren
werden. Um Thorsten Müller das Arbeiten an dieser Maschine
und ihrer Peripherie zu ermöglichen, war umfangreiche Zusatzausrüstung
erforderlich. Zusammen mit den Arbeitsämtern Herne und Bochum,
dem Integrationsamt in Münster und der Firma ReInit wurden
Fördermittel für die Umrüstung der gesamten Schneidestraße
für das behindertengerechte Arbeiten beantragt.

Unter
anderem musste die Anlage mit einem Stapellift und einem Transomat
ausgestattet werden. Dieser fährt die Papierpalette in einen
Stapler und anschließend automatisch auf die richtige Höhe.
Anschließend gelangt das Papier direkt in den Rüttler,
wird geschnitten und in den Transomat geschoben, der das Papier
millimetergenau auf Palette absetzt. Durch
diese Zusatzaggregate entfällt die sonst bei diesem Arbeitsgang
schwere körperliche Belastung.
Durch die unbürokratische Zusammenarbeit mit den Ämtern
und dem Maschinenhersteller hat Thorsten Müller heute einen
sicheren Arbeitsplatz, der genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten
ist.
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