|

Typografie
für unsere Allerkleinsten?
Man
kann nicht früh genug anfangen, sich typografische Kenntnisse
anzueignen.
Ein kleinen Buch will erreichen, dass Typografie für «groß
und klein» zum Begriff wird durch den zeitgemäßen
Einzug von PC und Internet sind Kenntnisse über Schrift und
Typografie für jedes Alter relevant worden. Kinder gehen
bereits sehr sicher mit dem Computer um. Ob im Spiel, beim Surfen
im Internet oder bei den Hausaufgaben im Schreib/Lernprogramm,
die Typografie ist stets ein umfangreicher Bestandteil.
So vermittelt das von Gabriela Letzing gestaltete Kinderbuch »Letters
are like you and me« unseren Allerkleinsten die wichtigsten
Grundlagen der Typogra&Mac222;e auf einfachste Weise. Eine kleine
Kurzgeschichte auf einer Kapiteldoppelseite führt zur einzelnen
Typoaufgabe hin. Auf der folgenden Doppelseite laden Pop-ups ein,
das typografische Problem tatsächlich zu lösen. Schriftfamilien
stellen sich und ihre Nachbarn vor, plaudern über ihre Vorlieben
und geerbten Talente. Buchstaben schreien nach Platz im überfüllten
Aufzug und Wörter schimpfen im Satzbild über den chaotischen
Verkehrsstau. Helft den Buchstaben auch sie haben individuelle
Bedürfnisse!
Schon ab dem 1. Semesters ihres Grafikdesignstudiums hat sich
Gabriela Letzing ausgiebig mit der Typografie beschäftigt:
So entstanden Projekte wie die Typodeck-Lichtinstallation, die
das Wesen der Typografie auf analogen Wegen darstellte.
Das
Pop-up-Typobuch ist ein anknüpfender Weg für die jüngere
Zielgruppe, Kinder im Grundschulalter, die gerade begonnen haben,
das Lesen zu lernen. Es entstand in der Abschlussklasse während
ihrer Austauschstudienzeit in Columbus, Ohio.
In den USA scheint der Begriff «typography and typeface»
geläufiger. Auf Recherche-Touren durch amerikanische Buchläden
und Büchereien ist man immer wieder beeindruckt wie vielfältig
der Kinderbuchmarkt zum Thema Typografie ist. Es gibt Bücher
zu Themen, wie z. B. die Arbeit des Setzers und des Druckers ausschaut.
Wie
ein Buch entsteht, und wie viele unterschiedliche Fachleute, vom
Autor, Illustrator, Setzer und Gestalter bis hin zur Fertigstellung
eingebunden sind, wurde schon den Vierjährigen mit lustigen
Illustrationen veranschaulicht. Die Umsetzung in der Form des
aktiven Pop-up-Buches ist in den USA «populärer»
als bei uns in Deutschland. Sicher ein ausschlaggebener
Punkt, warum hierzulande »Letters are like you and me»
nicht im Handel erhältlich ist. In den USA ist der Markt
einfach größer und dadurch lohnt eher der größere
Produktionsaufwand solcher Art von Büchern.
Vielleicht liegt es auch an der (un)praktischen Seite des Pop-Up-Buches:
Es ist nun mal empfindlicher und wird durch seinen Charakter in
der Handhabung schneller reparaturbedürftig. Für die
Darstellung des Themas, das Wesen der Typografie, bot sich jedoch
das Pop-Up mit seinen beweglichen Möglichkeiten geradezu
an. Es ist zum Austoben gemacht! Dabei war Gabriela Letzing die
eigentliche Zielgruppe weniger relevant, insgeheim war es ihr
eher ein Spaß, die strenge und akribische typografische
Lehre zu durchbrechen, um das ganze Thema mit weniger Ernst angehen
zu können. Ohne Zwang lernen! Spielerisch und einfach mit
kindlicher Logik zu begreifen! Ein Buch für jeden
Typointeressierten.
Das
interaktive Büchlein läd buchstäblich kleine, aber
auch »große Kinder« ein, typografische Satzaufgaben
zu lösen. Durch raffinierte grafische Mittel auf den aktiven
Seiten wird nicht nur das kindliche Interesse geweckt. Pappklappen
verraten jedem neugierigen Auge typogra&Mac222;sche Weisheiten
und Pop-ups laden auch große Hände zum Spationieren
ein. Typografische Grundlagen, die bereits namhafte Typografen
versucht haben dem erwachsenen Laien einzutrichtern, finden in
diesem Büchlein ihren spielerischen Ausdruck. Im Spiel lernt
es sich immer leichter. Wird auf diese Art und Weise kniffelige
Mikrotypografie nicht gleich viel verdaulicher? Fordern die Buchstaben,
gefädelt auf Pappstreifen, nicht zum Ausgleichen heraus?
Wird da nicht ganz automatisch der Sinn für visuelle Ordnung
angesprochen?
|