Sie regeln den Verkehr
Digitale Fahrplanproduktion

Fahrpläne sind das A & O der öffentlichen Verkehrsbetriebe. Die komplexen Anforderungen in der Erstellung, Verwaltung und Koordination der Fahrpläne sind immens. Es geht nicht nur um Millionen von Zahlen und Uhrzeiten: Ein Fehler im Druck führt unweigerlich zu Problemen im öffentlichen Nahverkehr. In NRW bieten nur wenige Druckereien das umfangreiche Know-how, die Fahrpläne datenbanktechnisch aufzubereiten und den öffentlichen Verkehrsbetrieben so nicht nur Zeit, sondern
Kosten zu sparen.

Es sind mehr als 150.000 Fahrpläne, die jedes Jahr das Medienhaus Blömeke verlassen. Die Erstellung dieser gedruckten Informationsunterlagen ist kein gewöhnlicher Druckjob, sondern stellt besondere Anforderungen an das ausführende Unternehmen in puncto Know-how, Schnelligkeit und Genauigkeit.

Für einen Fahrplan müssen unzählige Dateien erstellt und perfekt aufeinander abgestimmt werden. „Eine Buslinie kann in einem Fahrplan zum Beispiel über acht Fahrplanseiten laufen“, so Guido Kenkmann, verantwortlich für die Koordination der Fahrpläne im Medienhaus Blömeke. „Alle Seiten kommen in ein gemeinsames Verzeichnis, werden in ein einheitliches Format konvertiert und anschließend nach unseren Anforderungen zerlegt. Aus diesem Ordner bedienen wir uns dann für mehrere Fahrpläne, denn die meisten Linien sind stadtübergreifend. Die angesprochenen acht Seiten müssen für das Druckformat an bestimmten Stellen unterbrochen und anschließend wieder passend aufbereitet werden.“

Damit nicht genug, setzt sich der Fahrplan für eine Linie oft aus mehreren Dateien zusammen, die in eine logische Reihenfolge gebracht werden müssen (Ab- und Ankunft der entsprechenden Linie). Ist der Umbruchordner mit dem eigentlichen Aufbau und den automatisch aufgetragenen Seitenzahlen dann abgeschlossen, erhält der Kunde den ersten Kontrollausdruck. Von freigegebener Datei bis zum Druckbeginn vergeht dann oft nur eine halbe Stunde, denn eine verspätete Auslieferung des Fahrplans ist undenkbar.

Durch die datenbanktechnische Aufbereitung und somit die Erstellung einer Gesamt-Datenbank für mehrere Fahrpläne wird Zeit und dadurch auch Geld gespart. „Wir sind definitiv eins der wenigen Unternehmen in Deutschland, die die gesamte Erstellung von Fahrplänen 100 % digital handeln können“, so Christian Rump, Geschäftsführer des Medienhauses Blömeke. „Jeder Text, jede Anzeige und jedes Bild wird digitalisiert, konvertiert – bzw. neu gesetzt – und in die Datenbankstruktur überführt. Eine Filmbelichtung ist bei uns nicht mehr nötig – die Daten werden digital ausgeschossen, d.h., die Seiten werden so auf die Druckplatte platziert, wie sie zur Weiterverarbeitung gebraucht werden, und direkt auf die Druckplatte belichtet.“

Bei der Aufbereitung der Daten ist Flexibilität gefragt, denn das Material kommt von verschiedenen Agenturen, der Deutschen Bahn AG, Verkehrsbetrieben etc. – durchschnittlich zehn Firmen liefern je Fahrplan Unterlagen, Daten, Grafiken und Anzeigen. Alle Datenformate werden überprüft und in eine einheitliche Struktur gebracht. Das heißt letztendlich: Die Setzer müssen verschiedene Satzprogramme beherrschen, um den Anforderungen zu genügen.

Mit konventionellen Verfahren ist für die Erstellung eines Fahrplans mit rund 4-6 Wochen zusätzlichem Zeitaufwand zu rechnen: Ausbelichtung, Umbruch, Seitenmontage, Layout etc. sind Arbeitsschritte, die durch dieses Verfahren erheblich beschleunigt oder sogar völlig überflüssig werden. Heute spielt nicht nur der Zeit- und Kostenfaktor, sondern auch die Qualität eine große Rolle. Aufgrund der Passgenauigkeit des digital montierten Kopfes der Fahrplantabelle ist ein „Verrutschen“ von Spalten und Zeilen nicht mehr möglich.

Durch die Datenbanktechnik wird garantiert, dass immer die aktuelle Datei – nach Datum oder Bearbeitungsstand – gedruckt wird. Dementsprechend verlassen sich bereits viele Verkehrsbetriebe auf dieses moderne Verfahren.


<Stand 7 September, 2001>



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