One world – one drupa?
Ein Resümee von Christian Rump

Mit verhaltenem Optimismus startete die Drupa in diesem Jahr, den erhofften Erfolg der Drupa 2000 konnte sie jedoch nicht wiederholen. Rund 394.000 Besucher aus 122 Ländern, 33.500 Journalisten aus 82 Ländern und über 1.800 Aussteller verwandelten die Drupa 2004 in eine „Multi-Kulti-Veranstaltung“.
Laut Pressemitteilungen der Aussteller war die diesjährige Drupa ein voller Erfolg, was Umsatz und Liefermengen angeht. Wenn es aber stimmt, dass 80 % der verkauften Maschinen und Anlagen im Ausland aufgestellt werden, dann hat die Drupa die herbeigewünschte Konjunkturbelebung im Inland nicht angestoßen. Fraglich bleibt unter diesem Aspekt auch die Aussage vieler Lieferanten, eine erfolgreiche Drupa helfe der gesamten Druckindustrie im Inland. Das Resultat ist eher die Fortsetzung des Grundproblems vieler Unternehmen in der Druckindustrie: der ruinöse Preiskampf. Durch noch schnellere und bessere Maschinen sowie Investitionen in einen komfortableren Workflow, die Optimierung der Betriebsabläufe mit JDF wird sich dieses für viele Branchen ähnliche Marktgeschehen bedingt durch Überkapazitäten weiter forcieren.

„Die Drupa 2004 hat gezeigt, dass wir, was die Innovationen in der reinen Druckbranche angeht, das technisch Machbare erreicht haben. Ob ein ruhiger Bogendurchlauf bei 18.000 Druck in der Stunde oder der Einzelantrieb des jeweiligen Druckturmes zur parallelen Platteneinspannung einer Druckerei einen tatsächlich spürbaren Wettbewerbsvorteil verschafft, sei dahingestellt. Dem Kunden aber kann dieser Kampf um das letzte Quäntchen an Geschwindigkeit keinen weiteren Nutzen bringen“, äußert Christian Rump, Geschäftsführer der Blömeke-Mediengruppe.
Kann ein JDF-optimierter Workflow wirklich die einzige Möglichkeit sein, den täglichen gordischen Knoten zu entwirren, oder sollte sich eine Druckerei nicht wieder besser auf ihre ureigenen Stärken verlassen? Wo aber liegen diese Stärken? „Den Satz: &Mac226;Außer uns kann das keiner‘ habe ich lange schon nicht mehr gehört. Die Medienunternehmen, die heute noch auf dem Markt präsent sind, müssen sich den immer kleiner werdenden Kuchen weiter aufteilen. Die Unternehmen, die in den letzten Jahren nicht investieren konnten oder wollten, hatten auch auf der Drupa 2004 nicht die Mittel, um diesen Investitionsstau aufzuholen. Eine Hoffnung auf wieder anziehende Preise kann nicht die einzige geschäftliche Perspektive sein und Preiskartelle wie in der Papierindustrie sind und bleiben ungesetzlich“.

Das Fazit zur Drupa 2004 aus Sicht der Mediengruppe Blömeke: Die Unternehmen, die finanziell dazu in der Lage sind, werden weiter investieren. Trotz der angespannten Marktsituation kann am Ende nur der Unternehmer überleben, der seinen Betrieb optimal organisiert, Maschinen und Personal sehr gut aufgestellt hat sowie auf einen unternehmerisch mitdenkenden Betriebsrat zählen kann. Flexibilität bei den Mitarbeitern, der optimale Einsatz modernster Technik verbunden mit einem Unternehmer, der in der Lage ist Mitarbeiter zu führen und Kunden zu überzeugen sind wichtige Eigenschaften, die ein Medienunternehmen der Zukunft haben muss.