|

Pfiffige
Ideen und Spaß am
Sport führen zum Erfolg
Es
gibt immer wieder Stories, die überraschen. Würden Sie
auf Anhieb glauben, dass es einen Profi-Verein in der Ersten Volleyball-Bundesliga
gibt, dessen Spieler keine Profis sind und die kein Spielergehalt
beziehen? Beim VV Humann aus Essen ist das so purer Spielspaß,
viel Euphorie und ein tolles Team ist den Humännern
allemal mehr wert als dicke Gehälter.
Wir leben nicht für die Erste Herrenmannschaft. Sie ist nur das Produkt unseres Vereinslebens. Trotzdem finde ich es gut, dass wir aufsteigen, ohne das große Rad mit teuren Spielern zu drehen, so Klaus Bast, Erster Vorsitzender des VV Humann. Gewiss es ist ein Sportverein mit vielen Facetten erfolgreichen Facetten. Denn die C- und E-Jungen des VVH waren Westdeutscher Meister geworden, die B- und C-Schüler des Humann-Gymnasiums hatten den NRW-Schultitel gewonnen.
Jetzt aber steht für die Erste Herrenmannschaft das Abenteuer Erste Bundesliga an. Um es erleben zu können, waren erst einmal 15.000 Euro Startgeld erforderlich eine Summe, die verglichen mit den Etats der Konkurrenz zwar lächerlich ist, für einen Verein, der seinen Spielern jedoch keine Gehälter zahlt, unerreichbar sein kann. Doch um Pfiffigkeit war man beim VV Humann noch nie verlegen. Vor zwei Jahren sorgte z.B. die Sponsorensuche unter dem Motto Ich putze nackt für bundesweites Medienecho.
Diesmal ließ man sich die Aktion 300 für 1 einfallen. Dafür wurden 300 Mini-Sponsoren gesucht und gefunden -, die jeweils 50 Euro als steuerlich abzugsfähige Spende an den VV Humann überweisen mussten. Als Gegenleistung erhält jeder Spender freien Eintritt am ersten und letzten Spieltag, darf sich ein Jahr lang als Ehrenmitglied fühlen und erscheint in einer Hall of fame auf der Website des Vereins.
Dazu gehören mittlerweile auch viele Unternehmen wie z.B. die Messe Essen oder die Cinemaxx GmbH. Die Essener Gallinat-Bank überlegt sogar, neuer Hauptsponsor zu werden. Trotz alledem: Beim VV Humann ist Sport in erster Linie durch Idealismus geprägt und aufgrund dieser Vereinsphilosophie hat der Verein auf dem sportlichen Transfermarkt nur geringe Chancen. Mit echten Verstärkungen für das Team wird derzeit zwar gesprochen Entscheidungen sind aber noch nicht gefallen.
Probleme macht auch das eventuell höhere erforderliche Trainingspensum für die Erste Bundesliga. Bisher wurde drei- bis viermal wöchentlich trainiert. Dieses Niveau wird sich kaum noch steigern lassen inklusive der Spiele gehört einfach schon zu viel Freizeit der Spieler dem Sport. Der Beruf und für die älteren Spieler auch die Familie haben Vorrang.
An einen Umzug von der jetzigen Spielstätte Wolfskuhle in die neue Hallo-Arena wurde zwar gedacht, die Idee aber letztendlich schnell verworfen. Wir machen lieber die Wolfskuhle richtig voll und haben dann gute Stimmung, als dass wir am Hallo zwar die schönere Spielstätte haben, aber diese nicht richtig füllen können, so Mannschaftssprecher Frank Fischer. Und diese gute Stimmung lässt sich beim VV Humann genauso sehen wie die sportlichen Leistungen. Zur bemerkenswerten Erfolgsstory passen eben auch die entsprechenden Fans.
Die Mediengruppe Blömeke unterstützt die Humänner seit Jahren. Dazu gehört unter anderem das jährlich erscheinende Programmheft, welches in Herne produziert wird.
|