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Nur
der Sand hört ihr Fluchen
neuer Spendenmarathon in der Wüsten
Was
sind das für Menschen, die fünf Tage lang 250 Kilometer
durch die marokkanische Wüste laufen? Mit 15 Kilogramm Gepäck
auf dem Rücken? Haben diese Menschen übergroßen
Ehrgeiz? Lieben Sie die Extreme? Reizt sie die körperliche
Herausforderung? Vielleicht ein wenig von allem
wesentlicher Grund für Lan Demiri und Holger Schipper ist
aber das Sammeln von Spenden. Jeder gelaufene Kilometer wird an
Unternehmen verkauft und kommt einer Organisation zugute, die
Kinder in Kriegsgebieten operiert. Mit am Start
ist auch Hauptsponsor Blömeke.
Es ist nicht die, sondern nur eine Herausforderung in ihrem Leben
der Marathon des Sables. Er gilt als einer der härtesten
Marathonstrecken der Welt. Derzeit absolvieren Schipper und Demiri
das notwendige Training. Und das hat es bereits in sich. Die
marokkanische Wüste steht für extreme klimatische Verhältnisse,
so Schipper. Wir reden hier von täglichen Temperaturschwankungen
von mehr als 40 Grad. Außerdem läuft man ständig
auf einem extrem nachgiebigem Untergrund auf Sand.
Wie können diese Verhältnisse simuliert werden? Nun,
im Fitnessstudio stehen vor den beiden Extrem-Athleten Heizstrahler
vor dem Laufband. Und den passenden Untergrund für das Training
bietet ein Baggersee im benachbarten Haltern am See. Zusätzlich
hat sich der Physiotherapeut noch etwas Besonderes einfallen lassen.
Seitdem trainieren beide auch noch auf einer dicken Hochsprungmatte.
Dieser Untergrund stellt ganz andere Anforderungen an Muskeln,
Bänder und Sehnen, so Demiri. Wer sich darauf
nicht vorbereitet, übersteht den Marathon des Sables nicht.
Dazu kommt das Gepäck auf dem Rücken. Hierin ist die
gesamte Nahrung für sechs Tage enthalten. 2000 Kalorien pro
Tag müssen die Sportler am Start vorweisen. 9,5 Liter Flüssigkeit
pro Tag werden penibel genau ausgegeben. Für die kalte Nacht
ist ein Schlafsack dabei. Für Biwaks sorgen die Veranstalter.
Wer glaubt, dass Schipper und Demiri damit hauptberuflich ihr
Leben verbringen, hat weit gefehlt. Alltags sind die beiden Gastronom
bzw. Medizintechniker. Verheiratet, jeweils zwei Töchter.
Familie und Arbeitgeber müssen bei solchen Projekten
mitziehen, so Schipper. Was treibt Menschen zu dieser Schinderei
an? Im Fall von Schipper und Demiri ist es ein eher ungewöhnlicher
Anreiz: Hilfsbereitschaft. Denn jeder gelaufene Kilometer wird
an Unternehmen oder Privatpersonen verkauft. Die kompletten Einnahmen
kommen Interplast zugute. Einer Organisation, die Kinder in Kriegsgebieten
uneigennützig operiert und mithilfe plastischer Chirugie
z.B. von Landminen zerfetzte Kinderbeine durch Prothesen ersetzt.
Die Bilder dieser Kinder, ihr ungeheures Leid und ihr Unverständnis
darüber, was Erwachsene ihnen angetan haben, ist für
uns der wichtigste Anreiz für diesen guten Zweck zu laufen.
Ganz unbeschrieben ist diese Seite im Leben der beiden Sportler
nicht. Um eine Fußballwette einzulösen, liefen sie
im letzten Jahr von Bochum in das Münchener Olympiastadion,
was ihnen bereits die Aufmerksamkeit der Medien einbrachte.
(s. eindruck/Ausgabe 6). Auch hier verkauften sie bereits jeden
Kilometer und konnten 12.000,- 1 einnehmen. Das Geld kam der Organisation
Ärzte ohne Grenzen zugute. Wir sind der
Organisation Ärzte ohne Grenzen sehr verbunden.
Auch hier treffen Sie Menschen, die an ihre persönlichen
Grenzen gehen, um sich für andere einzubringen. Wir können
nicht bei Ärzte ohne Grenzen arbeiten
dafür fehlt uns die Ausbildung. Aber wir können uns
solidarisch zeigen, indem wir auf unsere Art und Weise an unsere
Grenzen gehen, erläutert Schipper.
Das Medieninteresse für das Engagement dieser ungewöhnlichen
Menschen ist groß. Die Fernseh-, Hörfunksender und
Printmedien geben sich quasi die Klinke in die Hand.
Auch Joey Kelly, der Extremsportler aus der Kelly Family war schon
bei Schipper und Demiri zu Gast. Er hat den Marathon des Sables
bereits hinter sich gebracht und konnte wertvolle Tipps geben.
Am 4. April wird es dann ernst. Schipper und Demiri fliegen nach
Marrakesch und werden am nächsten Tag in die marokkanische
Wüste gebracht. Am 6. April fällt dann der Startschuss
für rund 500 Läufer aus der ganzen Welt.
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