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Warum
Rot nicht immer
gleich Rot ist
Jeder Mensch nimmt Farben
anders wahr. Bei der Herstellung mehrfarbiger Druck-erzeugnisse
ist jedoch nicht die individuelle Farbwahrnehmung des Betrachters
entscheidend, sondern die objektive Darstellung der Farben. Im
Laufe des Produktions-prozesses ist dies eine der wichtigsten
Aufgaben, die zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst
werden muss.
In der Regel haben Kunden
genaue Vorstellungen, wie die Farben aussehen und wirken sollen.
Als Vorlage hierfür dienen oft früher erstellte Prospekte
oder die Sonderfarbtabellen aus HKS und Pantone. Die Bildschirmdarstellung
eines Dokumentes kann selbst bei kalibrierten Monitoren
schon aus physikalischen Gründen nicht den vollen
Farbumfang des späteren gedruckten Exemplares wiedergeben.
Deshalb entspricht der erste Farbeindruck der Entwürfe nicht
unbedingt dem gedruckten Endexemplar.
Um dennoch vor dem Druck
einen verbindlichen Farbeindruck zu erhalten, bieten sich im Wesentlichen
drei Verfahren an:
- der Andruck,
- der Analogproof,
- der Digitalproof.
Andruck
Der Andruck ist im Vergleich
der drei Verfahren die kostenintensivste Wahl. Filme und Druckplatten
müssen erstellt werden, der Materialeinsatz an Farbe und
Papier schlagen ebenso zu Buche wie der Zeitaufwand.
Der Vorteil eines Andrucks ist jedoch, dass direkt auf dem Originalpapier
gedruckt wird. Denn Papierbeschaffenheit und Papierfarbe spielen
eine entscheidende Rolle für den Farbeindruck.
Analogproof
Beim Analogproof ist das
Chromalin das gängigste Verfahren. Es wird manuell von belichteten
Filmen erstellt. Die Skalenfarben werden nacheinander auf ein
Spezialpapier übertragen. Sonderfarben können beim Analogproof
nur simuliert werden.
Die Erstellung auf dem
tatsächlichen Druckpapier ist beim Chromalin nicht möglich.
Ein Chromalin ist farbverbindlich, zeigt ebenso wie der Andruck
eventuell entstandene Moiréebildung und natürlich
alle Fehler, die in der zu belichtenden Datei enthalten waren.
Kosten und Ergebnis stehen beim Chromalin in einem guten Verhältnis
zueinander. Es bildet die beste Grundlage zur Prüfung von
Filmen vor der Übergabe in die Druckerei.
Digitalproof
Der Digitalproof wird mit
einem speziellen Farbdrucker, direkt aus der Datei, ohne Umweg
über Film und oder Platte erstellt und spart damit in erheblichem
Umfang Zeit und Material bei gleichzeitig höchsten Anforderungen
an die Farbverbindlichkeit. Nicht nur die Farben des späteren
Druckerzeugnisses können im Digitalproof kontrolliert werden,
sondern auch die Druckeinstellungen des Dokumentes, Schriften,
Bildformate und die Überfüllungseinstellungen. Da Proofdrucker
nicht nach dem konventionellen Rasterverfahren wie beim Offsetdruck
arbeiten, können Rasterweite und Moiréerscheinungen
nicht geprüft werden.
Darüber hinaus steht
im Digitalproof noch ein zweiprozentiger Punkt. Das bedeutet:
Auch ein zweiprozentiger Tonwert kann noch sichtbar gemacht werden.
Werden die Daten aber nicht über ein CTP-System in der Druckerei
direkt auf die Druckplatte gebracht, sondern auf herkömmliche
Art und Weise Filme belichtet, dann ist ein dreiprozentiger Punkt
schon eine Wunschvorstellung.
Der Digitalproof zeigt daher zwar die hellsten Stellen, liefert
aber bei einer konventionellen Weiterverarbeitung in der Druckerei
kein deckungsgleiches Ergebnis. Im Digitalproof ist deswegen unter
Umständen sogar manchmal mehr als im fertigen
Endprodukt zu sehen.
Daher sollte das Proofverfahren
vor dem Druck hinsichtlich Materialwahl, Farbgebung, Veredelung
und weitere Parameter mit der Druckerei diskutiert werden.
Nur so lassen sich Kosten, Aufwand und Ergebnis in ein sinnvolles
Verhältnis stellen.
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