Pantone oder HKS?

Pantone? Oder doch HKS? Vielleicht aber doch Pantone? Die Frage nach dem „richtigen Farbsystem“ für eine Printunterlage ist nicht immer einfach zu beantworten. Einige Spielregeln sowie Tipps für den Umgang und Einsatz der beiden Farbsysteme gibt der nachstehende Bericht.
Immer mehr gewinnen Schmuck- bzw. Echtfarben bei Gestaltern an Bedeutung.

Als fünfte Farbe eingesetzt wahrt man auch im Akzidenzbereich das Corporate Identity. Das Farbsystem Pantone stammt aus den USA und genießt mit fast 40 Jahren Erfahrung weltweiten Ruf. Das HKS- Mischsystem wurde von zwei großen deutschen Druckfarbenherstellern mit entwickelt und ist in erster Linie auch auf den deutschen Sprachraum beschränkt. Wer also ein weltweit einsetz- und von verschiedenen Druckereien der Welt nutzbares Farbsystem sucht, sollte eher auf das Pantonesystem setzen.

Aber – kann denn die Frage beantwortet werden, welches System wirklich besser ist? Jeder, der mit Gestaltung, Werbung, Produktion etc. der „grafischen Branche“ beschäftigt ist, hat schon einmal einen Pantone- oder HKS-Farbfächer in der Hand gehabt. Was sofort auffällt, ist, dass der Pantone-Fächer viel „dicker“ ist als ein HKS-Fächer. Mit über 1.100 echten Farben bietet das Pantone-Mischsystem eine reichhaltige Auswahl an Sonderfarben. HKS dagegen stellt nur 88 Farben zur Auswahl. Doch lassen Sie sich nicht von diesem direkten Vergleich täuschen! Das Geheimnis liegt im Detail.

Pantone stellt Farbrezepte ohne Berücksichtigung auf den jeweiligen „Bedruckstoff“ zur Verfügung. HKS hingegen passt die Rezepturen an den jeweiligen „Bedruckstoff“ bzw. das jeweilige Druckverfahren an. So wird zwischen Naturpapier, Kunstdruckpapier, Endlosdruck auf Naturpapier, Endlosdruck auf Kunstdruckpapier, Zeitungsdruck sowie Siebdruck unterschieden. Die jeweiligen Rezepturen werden dadurch genau auf den Bedruckstoff sowie das Verfahren angepasst.

Wie wird im Pantonesystem die ungeheure Farbenvielfalt erzielt? Das geschieht größtenteils durch die Zugabe von Lasurweiß, das einer Grundmischung in immer größerer Menge beigegeben wird, um sie aufzuhellen bzw. die Pigmentkonzentration zu verringern. Dieses Vorgehen birgt produktionstechnisch viele Probleme. Stellen Sie sich zum Beispiel ein sehr helles Grau vor, welches bei Pantone durch einen sehr großen Anteil an Lasurweiß und eine
„Messerspitze“ Schwarz gemischt wird. Eventuell wird noch etwas Blau oder Grün hinzugefügt, um dem gewünschten Grau etwas mehr „Farbe“ zu verleihen. Das Ergebnis ist eine Farbenmischung mit einem Farbpigmentanteil von wenigen Prozent im Vergleich zum gesamten Druckfarbenanteil. Diese Mischung reagiert dementsprechend extrem auf diverse Einflüsse. Durch Restfarbpigmente, welche z.B. noch in Farbwalzen einer Druckmaschine vom Vorauftrag vorhanden sind, kann dieser Farbton wesentlich beeinflusst werden und die Druckfarben verfälschen. Ebenso gravierend ist die Beeinflussung der Farbe durch verschiedene Bedruckstoffe.

Anders sieht es hier beim HKS-Mischsystem aus, das sich einer anderen Methode bedient. Hier werden die 88 Farben, die aus einer ähnlichen Anzahl an Grundfarben hergestellt werden wie die Pantone-Farben, durch „Rasterprozente“ aufgehellt und durch Zugabe von „Schwarzprozenten“ variiert. So ergibt sich im neuen HKS-3000-Mischsystem eine Gesamtfarbenanzahl von 3520 Farben.

So stellt sich der „Mengen-Vergleich“ also schon anders dar. Aber welches System ist denn nun besser? Die HKS-Rastervariante ist heute in allen Verfahren durch die relativ geringen Rasterweiten kein Problem mehr und kaum sichtbar. Durch den hohen Pigmentanteil ist diese Variante sehr gut darstellbar. Durch das standardmäßig in der Mediengruppe Blömeke eingesetzte 80er Raster ist dieses Vorgehen optisch nicht mehr zu erkennen.

Sowohl die Hersteller des HKS- als auch des Pantone-Farbsystems bieten ihre Farbtöne auch für die gängigsten Grafikprogramme an. Selbst Autolacke, Folien für Beschriftungen, Kunststoffe, Fassadenfarben und Bekleidungsstoffe sind mittlerweile in Originalfarbtönen beider Hersteller zu bekommen.
Das Fazit: Ein eindeutiger Gewinner lässt sich nicht bestimmen. Jedes System bietet seine Vor- und Nachteile und es sollte im Einzelfall entschieden werden, welche Basis sich besser für das gewünschte Produkt eignet. Wichtig ist es in jedem Fall, sich hierüber schon frühzeitig mit der betreuenden Agentur oder dem Druckhaus zu beraten und die beste mögliche Lösung festzulegen.

In der Mediengruppe Blömeke steht Ihnen hierzu neben anderen auch Gero Döll zur Verfügung, Telefon 0 23 25.92 97 58,
g.doell@bloemeke-druck.de