Palast
des Wissens
eine faszinierende Ausstellung in Dortmund
Palast
des Wissens Die Kunst- und Wunderkammer des Zaren Peter
der Große ist der Titel einer Ausstellung im Dortmunder
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, die noch bis Ende
April geöffnet ist. Zu sehen sind wesentliche Teile aus der
vielfältigen Sammlung des russischen Zaren Peter der
Große.
Peter der Große verfolgte mit seiner Sammelleidenschaft
das Ziel, das Wissen der ganzen Welt im Blick zu haben. Peter
Alexejewitsch Romanow so sein bürgerlicher Name,
gründete nicht nur die Stadt St. Petersburg und die Akademie
der Wissenschaften, sondern auch die Kunstkamera,
das erste öffentliche Museum weltweit. Zahlreiche Exponate
dieser 1734 fertig gestellten Ausstellung sind nun erstmalig in
Europa zu sehen.
Zur Ausstellung in Dortmund zählen in einem eigenen Komplex
auch Exponate der anatomischen Sammlung von Professor Frederik
Ruysch, die Peter der Große 1717 erworben hatte. Astronomische
Instrumente, Tierpräparate und ein Mineralienkabinett bilden
den natur- wissenschaftlichen Teil, asiatische Spielapparate,
sibirische Goldschmiedearbeiten, Masken und Federkleider indianischer
Stämme decken den völkerkundlichen Aspekt ab. Ebenfalls
zu sehen sind Portraits und Kleider sowie handwerkliche Erzeugnisse
aus der Hand von Peter dem Großen.
Krönender Höhepunkt in der St. Petersburger Kunstkammer
ist noch heute der Gottdorfer Globus. Es handelt sich
um die Nachbildung der Weltkugel mit einem Durchmesser von 3,12
m ein technisches Wunderwerk, an dem vier Jahre lang gearbeitet
worden war. In ihr fanden bis zu 12 Personen Platz. Mit einem
Handantrieb konnte der Globus um seine Achse gedreht werden, so
dass bei den Insassen der Eindruck entstand, der Sternenhimmel
drehe sich um sie. In Dortmund ist die Einstiegsluke im Original
zu sehen. Die Funktionsweise der Weltkugel wird virtuell nachempfunden.
Zu ihrer Gründungszeit galt die Kunstkammer in St. Petersburg
als unheimlicher Ort. Um Schwellenängste abzubauen, wurde
jedem Gast eine Erfrischung angeboten. Die Herren erhielten ein
Wasserglas Wodka, die Damen eine Tasse Kaffee mit Zuckerbrot.
An diesen schönen Brauch knüpft das Dortmunder Museum
leider nicht an, dennoch hat sich die Ausstellung mit Recht zu
einem Publikumsmagneten entwickelt.
Bis zum 21. April 2003 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Dortmund
Hansastraße 3 · 44137 Dortmund
Telefon 0231.5013411
Dienstag bis Sonntag:
10.00 bis 20.00 Uhr
Erwachsene: 6,- Euro · Ermäßigt 4,- Euro
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